GESINE – Geschäftsprozess-Sicherheit zur Verstärkung des Einsatzes von eBusiness-Standards

Fördergeber Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital
Förderinitiative eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern
Förderprojekt GESINE
Projektwebseite www.gesine-digital.de
Projektpartner BF/M-Bayreuth (Konsortialführer)
Institut für Informatik und Gesellschaft an der Universität Freiburg
AristaFlow GmbH, Neu-Ulm
Dauer des Projekts 01.08.2012 bis 31.12.2015
Verantwortlicher Vorstand Prof. Dr. Torsten Eymann
Verantwortliche Mitarbeiter Dennis Schmidt, B. Sc.
Dipl-Kfm. Philipp Vogler
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützt im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) beim effizienten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Ziel des Förderschwerpunktes Mittelstand-Digital ist es, technisch exzellente, wirtschaftliche und gut nachahmbare Lösungen zu entwickeln, die Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen zu stärken, Good- und Best Practice-Vorbilder für eine breite Nachahmung zu schaffen, die branchenübergreifende Akzeptanz von eStandard-Lösungen zu stärken, benutzerfreundliche Softwareprodukte für KMU zu etablieren sowie insgesamt die IKT-Kompetenz von KMU und Handwerk zu stärken.

Der Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital umfasst dazu drei Förderinitiativen:

  • eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen
  • Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand
  • eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern
Im Rahmen der Förderinitative eStandards sind elf Förderprojekte angesiedelt. Das BF/M verfolgt dabei zusammen mit seinen Projektpartnern – unter der fachlichen Leitung von Professor Dr. Torsten Eymann (BF/M), Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Müller (IIG Telematik) und Dipl.-Inf. Martin Jurisch (AristaFlow) – das Förderprojekt GESINE (Geschäftsprozess-Sicherheit zur Verstärkung des Einsatzes von eBusiness-Standards).

eBusiness-Standards („eStandards“) sind die gemeinsame Sprache im elektronischen Geschäftsverkehr und spielen bei der Identifikation, Klassifikation, Transaktion, Prozesskonfiguration oder bei Austauschformaten eine tragende Rolle. Sie sind Grundlage für eine effiziente Vernetzung und einen automatisierten Austausch von Daten in und zwischen Unternehmen sowie mit der Öffentlichen Verwaltung und stellen für die digitalen Geschäftsprozesse einen entscheidenden Innovations- und Produktivitätsfaktor dar.

Elektronisches Geschäftsprozessmanagement wird insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor bei der Kooperation mit Partnern, Kunden und staatlichen Institutionen. Dabei wird eine Umstellung auf rationellere Technologie wie Cloud- und webbasierte Dienste unausweichlich. Andernfalls laufen KMU Gefahr, den Anschluss an die vernetzte digitale Wirtschaft zu verpassen. Aktuelle Statistiken zeigen jedoch, dass gerade der Mittelstand nur bedingt in der Lage ist, ausreichend Kapazitäten bereitzustellen, um mit der sich ständig voranschreitenden Entwicklung des eBusiness Schritt zu halten.

Die bisherige Zurückhaltung vieler Unternehmen, ihre Systeme zu öffnen und verstärkt auf Standards zu setzen, ist zudem eng mit Sicherheitsbedenken und den unkalkulierbaren Kosten für die Umstellung bestehender Systeme verbunden. Hinzu kommen meist fehlende und dann sehr teuer zu erwerbende fachliche Kompetenzen für die Einführung neuer Technologien und deren Anpassung.

Im Rahmen des GESINE-Projekts sollen kleine und mittelständische Unternehmen beim erfolgreichen Einsatz von elektronischen Geschäftsprozesssystemen fachlich begleitet werden. Dazu wird ein Lehr- und Beratungskonzept entwickelt, anhand dessen den KMU die Einzelschritte zum erfolgreichen Einsatz dieser Technologien aufgezeigt werden. Dazu soll ein eBusiness-Demonstrator entwickelt werden, der von den ersten Schritten der Prozesserfassung hin bis zur Optimierung der Prozesse alle Schritte zur Einsatzfähigkeit zeigt.

Kern des Projektes ist die parallele Entwicklung eines Sicherheitskonzeptes, welches den Unternehmen belastbare Aussagen über Compliance, Governance und Sicherheit der E-Business-Prozesse bis hin zur Zertifizierung liefert. Die Unternehmen sind dadurch in der Lage, ihre Sicherheitsbedürfnisse zu evaluieren und Chancen und Risiken des Einsatzes von E-Business-Standards und Cloud Computing abzuschätzen. Sicherheit wird damit kalkulierbar. Durch die Demonstration der sich aus eStandards ergebenden Fähigkeiten, die nachvollziehbare Prüfung von Geschäftsprozessen auf Sicherheitsmängel und Schwachstellen einerseits und die Beratung und Sicherstellung von Standardkonformität und Kostensicherheit andererseits, bietet sich die Möglichkeit, bisherige Bedenken gegenüber dem Einsatz dieser Technologien aufzulösen.

Die klar beschriebene Vorgehensweise zum schrittweisen Umstieg auf eBusiness, inklusive der Bewertung von Kosten und Nutzen stellt eine Chance dar, gerade den bisher offline arbeitenden kleineren KMU einen praktikablen Weg zum eBusiness zu ebnen.

Bei der Umsetzung des Projekts sollen explizit reale Geschäftsprozesse berücksichtigt werden. Das BF/M sucht daher Praxispartner, die das mit eStandards und Geschäftsprozesssystemen verbundene Rationalisierungspotenzial erschließen wollen und bei denen im Zuge einer vorgelagerten Analysephase geeignete Geschäftsprozesse ermittelt werden können. Auf dieser Grundlage soll zunächst eine Demonstrationssoftware entstehen, mit der Chancen und Risiken des Einsatzes von eBusiness-Prozessen bzw. der entsprechenden Standards und Software für KMU erkenn- und kalkulierbar werden.

Das parallel angebotene Beratungs- und Schulungskonzept soll den beteiligten Unternehmen bei der schrittweisen Einführung und Umstellung auf eBusiness helfen, um die angestrebten Rationalisierungspotenziale zu erreichen. Letztendlich soll eine praxistaugliche Software entstehen, mit der interessierte KMU ihre Prozesse nicht nur auf die Einhaltung relevanter Standards prüfen, sondern auch die Einhaltung von Sicherheits-, Compliance- und Governanceanforderungen dokumentieren können. Durch die Möglichkeit einer entsprechenden Zertifizierung kann über die Rationalisierungsgewinne hinaus eine positive Außenwirkung erzielt werden.

Bei Interesse an unserem Projekt, können Sie sich gerne an unseren Mitarbeiter Dennis Schmidt wenden oder unsere Projektwebseite besuchen.